Ökologische Verbände positionieren sich zu L4n und Dialogprozess

Auf einer gemeinsamen Videokonferenz haben Vertreterinnen und Vertreter von Grünen aus Dinslaken, Voerde und Hünxe, sowie des BUND, des NABU und der Bürgerinitiative Stop L4n die aktuellen Entwicklungen im Kontext des möglichen Neubaus der Landesstraße diskutiert und ihre Positionen ausgetauscht.

Einig waren sich die Beteiligten insbesondere darüber, dass die Verkehrsprobleme auf der Hünxer Straße durch das immens gestiegene LKW-Aufkommen nicht in Verbindung mit dem interkommunalen Dialogprozess gebracht werden sollten. Zur Lösung dieser Problematik erklärt Frank Boßerhoff für den NABU: „Wir arbeiten mit den entsprechenden Partnern zurzeit an einer möglichen Lösung zum Erhalt der Amphibienpopulation im Zusammenhang mit einer neuen Straßenführung.“ Diese könne dann auch den Lohberger Ortsteil deutlich entlasten.

Der Sprecher der Grünen in Hünxe, Ulrich Slusarek, ergänzt: „Wichtig ist, dass keine Tatsachen geschaffen werden, die dem langfristig angelegten Dialogprozess schaden. Nach den bisherigen Sitzungen stehen wir noch am Anfang und gerade die bisher noch fehlenden Gutachten sollten abgewartet werden.“ Insbesondere von dem durch Corona nachzuholenden Ortstermin erhoffen sich die Beteiligten einen Schritt nach vorne. Für die grüne Kreistagsfraktion erläutert Helga Franzkowiak: „Momentan liegen weder verlässliche und vollumfängliche Verkehrszählungen vor, welche insbesondere den Hammweg miteinschließen, noch wurde die Umweltverträglichkeitsstudie erstellt. Nur auf deren Grundlage und unter Einbeziehung des Mobilitätskonzepts auf Kreisebene sind die Bedarfe des Individualverkehrs mit denen einer gelingenden Verkehrswende abzuwägen. Dabei ist weder von Straßen.NRW noch anderen Akteuren bisher aufgezeigt worden, dass der tatsächliche Bedarf den Neubau der L4n überhaupt rechtfertigt.“

Günther Rinke erklärt für den BUND: „Die L4n passt nicht in die Zeit. Man sollte vielmehr die Reaktivierung der Walsumbahn endlich forcieren und der Schiene Vorrang vor mehr LKW-Verkehr geben. Besonders dann, wenn dadurch Naturräume zerstört werden, welche nicht wiederhergestellt werden können.“ Die Landratskandidatin der Grünen, Petra Schmidt-Niersmann, die sich für den BUND in der Stellungnahme zum Regionalplan ablehnend zur L4n positioniert hat, führt dazu ergänzend aus: „Momentan fehlen wesentliche Informationen, aufgrund derer weitere Entscheidungen und Positionierungen getroffen werden können. Erst wenn alle erforderlichen Gutachten vorliegen, kann über ein zweifelhaftes Linienbestimmungsverfahren nachgedacht werden. Und damit sind wir noch weit entfernt von einem gelingenden Planfeststellungsverfahren.“

Einig sind sich alle Beteiligten, dass nur die ökologisch verträglichste Variante, die auch die Nullvariante sein könnte, das Ziel im Dialogprozess sein sollte. Dazu fasst der Spitzenkandidat der Grünen in Dinslaken, Niklas Graf, zusammen: „Die Bedenken gegenüber der L4n sind in allen betroffenen Nachbarschaften und Kommunen stark und müssen ernst genommen werden. Bei der B8n und dem Bundesverkehrswegeplan hat sich gezeigt, dass sowohl der Bedarf als auch die Interessen innerhalb der Bevölkerung anfangs von Seiten der Regierung falsch eingeschätzt worden sind. Daher werden wir den Dialogprozess weiter gemeinsam aufmerksam, kritisch und unterstützend begleiten. Um alle Interessen zu berücksichtigen darf aber auch eine Nullvariante nicht aus den Überlegungen herausgehalten werden.“

Verwandte Artikel