Masterplan Grundschule bleibt hinter Erwartungen zurück

Zur Vorstellung des Masterplans Grundschule von Schulministerin Gebauer am 11.08.2020 erklärt Sigrid Beer, bildungspolitische Sprecherin der GRÜNEN Fraktion im Landtag NRW:

„Seit drei Jahren hat Ministerin Gebauer immer wieder den Masterplan Grundschule angekündigt, das hat die Erwartungen hochgetrieben. Vor allem auch, weil in der Zwischenzeit die Grundschule bei anderen Förderprogrammen wie den Talentschulen oder der Neuausrichtung der Inklusion mit dem Verweis auf den Masterplan ausgenommen wurde. Doch der jetzt vorgestellte Plan enttäuscht. Zusagen wie zusätzliche Stellen für die Schulverwaltungsassistenz und mehr Entlastungsstunden sind nur ein Trostpflaster. Aber bei der Inklusion – und darauf warten die Grundschulen auch seit drei Jahren –  sind gerade einmal 300 Stellen zusätzlich für rund 2800 Grundschulen bis zum Ende der Legislaturperiode vorgesehen. Somit wird ein wesentlicher Teil der Versprechen in die nächste Legislatur verschoben.

Bis 2025 ist die Schaffung von 1300 Beförderungsstellen nach Stufe A13 geplant. Das sind nur fünf Prozent der Lehrerstellen in der Grundschule. Bei dem Tempo braucht es hundert Jahre, um allen Grundschullehrkräften A13 zu ermöglichen. Wahrlich ein Jahrhundertplan. Die Landesregierung bleibt die grundlegende Antwort zur Besoldungsanpassung auf A13 schuldig. Auch enttäuschend: Es gibt kein Angebot für Kinder, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen wollen und keine unbürokratische Öffnung beim Einschulungsstichtag, trotz Corona-Bedingungen für Eltern und Schulen. Auch hier drei Jahre vergebenes Warten.“

Verwandte Artikel