Gleichstellungsstellen fordern „Endlich halbe/halbe“

Im Nachfolgenden veröffentlichen wir eine Stellungnahme des Arbeitskreises der Gleichstellungsstellen im Kreis Wesel:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

„Endlich halbe/halbe! Frauen haben ein selbstverständliches Anrecht auf Teilhabe an politischer und wirtschaftlicher Macht. Erst wenn das Ziel erreicht ist, sind wir in Deutschland in guter Verfassung“ – Jutta Limbach, Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts a.D.

51 % der Wahlberechtigten sind Frauen. So ist es auch im Kreis Wesel. Gemessen daran sind Frauen im Vergleich zu Männern in den Stadt- und Gemeinderäten sowie im Kreistag unterrepräsentiert.
Aktuell liegt der Frauenanteil im Stadtrat Dinslaken bei 13 %. Das ist zu wenig. Die Frage, ob die Bürgerinnen und Bürger sich von einem Stadtratmit einemFrauenanteil von  13 %vertreten fühlen, ist eine rein hypothetische Frage. Dass hier die Interessen und Belange von Frauen nicht repräsentiert oder gar durchgesetzt werden können, liegt auf  der Hand, wenn die Hälfte der Bevölkerung nicht ihre Interessen, Sichtweisen und Erfahrungen in die politischen Entscheidungen einbringen kann.
„Mehr Frauen in die Räte“ ist die Forderung des Arbeitskreises der Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Wesel. Wir unterstützen damit die Forderung des Deutschen Frauenrates, der dieses Ziel auch auf Bundesebene verfolgt.

Am 13. September 2020 findet die nächste Kommunalwahl statt. Bereits jetzt erstellen die Parteien die für die Kommunalwahl erforderlichen Wahllistennd benennen ihre Kandidatinnen und Kandidaten.

Wir fordern die Parteien auf:

  • Besetzt die Wahllisten und Direktmandate in den Wahlkreisen paritätisch mit Frauen und Männern. Bei den großen Parteien reicht es nicht die Listenplätze im Reißverschlussverfahren paritätisch zu besetzen, da viele Sitze durch Direktmandate gewonnen werden.
  • Setzt Frauen an aussichtsreichen Stellen (vorne) auf die Wahllisten und auf aussichtsreiche Direktkandidaturen, genauso wie Männer!

Frauen stellen mehr als die Hälfte der Bevölkerung und sind in allen gesellschaftlichen und sozialen Schichten vertreten. Folglich sollen sie auch zu mindestens 50 % in den Räten vertreten sein. Die Unterrepräsentanz  von Frauen widerspricht dem Demokratiekonzept, das eine gleichberechtigte Teilhabe aller und somit auch effektive Einflussnahme der Bürgerinnen und Bürger voraussetzt.

Dass Fraueninteressen mehr Gewicht in den Räten erhalten, dafür setzten wir Gleichstellungsbeauftragten uns ein. Stimmen Sie uns zu?

Dann senden Sie bitte diese Nachricht an Ihre Parteien vor Ort weiter. […]“

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